„Dear Triathlon…“ – oder: 5 Dinge, die mich an dir nerven

Wir sind uns einig: Triathlon ist ein toller Sport. Oder eher: Die faszinierende Kombination aus drei tollen Sportarten. Man bleibt oder wird fit, stellt sich Herausforderungen, lernt nette Menschen kennen, kommt rum durch Training und Veranstaltungen und noch so vieles mehr.

Würdest Du das anders sehen, würdest Du das hier nicht lesen (denn Du wärst Du wohl gar nicht auf meinem Blog gelandet).

Wenig Neues gab es auf meinem Blog zu lesen in den vergangenen Wochen. Das ist manchmal einfach so, that’s life. Ich stecke mitten in der Vorbereitung für meine erste Mitteldistanz in Luxemburg und die ist zeitaufwändiger als ich dachte. Das ist nicht schlimm und glücklicherweise stecke ich die erhöhten Umfänge dieses Jahr recht gut weg (es bleibt nur wenig Zeit für anderes). Es ist dennoch so: zwar habe ich schon eine Vorbereitung für einen Marathon hinter mir, doch Training für eine Mitteldistanz ist nochmal eine ganz andere Nummer, denn auch im Training jongliert man mit drei Sportarten. Ziemlich auf die Probe gestellt wird auch meine Begeisterung und Leidenschaft für den Sport, denn je mehr Zeit man in etwas investiert, desto mehr positive und dadurch auch negative Dinge können einem auffallen. Und irgendwie kämpfe ich mich gerade durch eine Phase, in dem ich mehr mit irgendwelchen Negativitäten zu kämpfen habe – und damit meine ich nicht so etwas Profanes wie fehlende Motivation… Folgende Lustigkeiten sind mir in der letzten Zeit immer wieder unter gekommen:

1. Die Materialschlacht

Nicht nur schlechte für Sparbuch und Geldbeutel, auch schlecht für meine Autogröße. Die Wochenenden, an denen Freund Triathlet und ich im Kraichgau trainieren, ähneln eher einem Familienausflug der Kelly Family. Zwei Autos, zwei Räder, zwei Mal Equipment und dann in Kolone ab ins Badische.

Mittlerweile haben wir es geschafft, cleverer zu packen (Memo an mich: Luftblässchenfolie nicht selber zerdrücken…) und fahren mit einem Auto. Hatte was von Tetris oder Jenga, bis wir die Autos voll hatten, aber gut… Nicht nur diese Knall-Folie wird mehrfach zum Einsatz kommen, auch unser eigentlich ausgemusterter 6er-Flaschenträger hat endlich wieder einen Sinn. Fazit: Auch im Haushalt geht die Materialschlacht weiter und so einiges nützliches kann dort aufgetrieben werden. Improvisation ist alles und so wird aus der Materialschlacht eher ein Materialfest.

2. Mein Kollege, das unverständige Wesen

Zugegeben: in erster Linie ist das deren Problem und mich selbst als Triathletin tangiert es nicht. Aber ich mag diesen Sport ja grundsätzlich, und wenn man etwas mag, ist es auch nicht schön, wenn nicht so nett darüber gesprochen wird – oder man jede Kleinigkeit, die einem selbstverständlich ist, erklären muss („Wieso läufst du rückwärts die Treppe runter?!“ „Och, Frankfurt Marathon war gestern…“). O-Ton Kollegen: „Dafür wäre mir meine Zeit zu schade…“ Wir als Triathleten und Läufer fragen uns da eher: wie kann sie das sein?! Mein Tipp: Laufveranstaltungen wie Firmenläufe, kleinere Volksläufe. Ich habe letztes Jahr unsere Teilnahme an einem Firmenlauf organisiert. Auch wenn keiner der Kollegen mehr läuft, haben doch alle ein mehr oder weniger regelmäßiges Training absolviert und ansatzweise eine Vorstellung davon, was die Kollegin so treibt und warum sie in der Mittagspause mysteriöses Zeug von wegen „Neoprentestschwimmen“ oder „Trittfrequenztraining“ faselt. Neudeutsch auch wichtig: Teambuilding und Blabla. Und das wichtigste: wir hatten einen tollen Lauf und einen schönen gemeinsamen Abend.

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3. Ängste überwinden

Hat ja niemand gesagt, es sei leicht. Denn dann würde es ja jeder können. Es ist die Überwindung, die es groß macht. In meinem Fall ist das die zweite Disziplin. Rad Berg auf, Berg runter – alleine beim Aufsteigen sehe ich aus wie ein Kugelblitz. Was anderen leicht fällt, übe ich halt. Andere dagegen macht eher die erste Disziplin zu schaffen. So oder so, und egal was es ist: es kostet Überwindung. Mir geholfen hat eine Erkenntnis: komplett angst- und sorgenfrei sind die allerwenigsten. Es ist eine Frage des Umgangs mit der Angst, martialisch gesprochen: Kampf oder Flucht? Mit etwas mehr Empathie geht es einfach darum, in einem solchen Fall den eigenen Rhythmus zu finden, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und immer wieder Anlauf zu nehmen, auch wenn das Rad oder die Oberschenkel nicht wollen oder der See noch so dunkel und uneinladend aussieht. Und Angst (oder besser Respekt) ist nicht verkehrt und ein notweniges Gefühl – man sollte es nur nicht Überhand gewinnen lassen.

4. Das Gefühl vor dem ersten Start der Saison

Sonntag in einer Woche ist es soweit: es geht zum Eisschwimmen an den Heidesee ins badische Forst. Und wie jedes Jahr und wie alle anderen Triathleten habe ich so gar kein Gefühl, wie ich so drauf bin, wenn’s ans Eingemachte geht.

Denn ein Triathlet ist man nicht, wenn man die drei Disziplinen trainiert, sondern dann, wenn man einen Wettkampf bestehend aus den entsprechenden Disziplinen ins Ziel bringt. Nur wie die Leistungen in den drei Teildisziplinen zusammen aussieht, das weiß man nach dem Winter nicht so wirklich. Zu viel, zu wenig, falsches Training?

Sorgen machen sollten sich hier aber eher Profis und Kandidaten für die Hawaii-Qualifikation. Für uns andere heißt es vielmehr: Rein ins kalte Wasser (vielleicht ist auch die Erwartung dessen verantwortlich für das flaue Gefühl im Magen….?!) und Spaß haben. Denn: endlich geht es wieder los!

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5. Gebot No. 11: Du sollst dich nicht vergleichen!

Besonders in Zusammenhang mit 4) recht schwierig. Dennoch eines meiner Lieblingsthemen. Sich zu vergleichen ist so leicht und immer wieder, im Sport, im Privaten oder Beruflichen, passiert es dann doch und man vergleicht sich (meistens ungünstig). Gerade für die Rennschnecken am Ende des Feldes könnte das zu schneller Frustration führen (natürlich sind da alle anderen Triathleten auch nicht davor gefeit) – manchmal ist es einfach nervig, am Ende des Feldes rumzueiern und sich nochmal extra viel Aufmerksamkeit abzuholen. Daran kann man aber so schnell nichts ändern und auch darauf, wer noch und in welcher Verfassung an der Startlinie steht, hat man wenig Einfluss. Man kann aber an sich selbst arbeiten, sich realistische Ziele stecken und geduldig mit sich sein. Unabhängig von allen anderen ist das der Faktor, auf den man, wenn überhaupt, den meisten Einfluss hat. Und wenn es einem dann noch Spaß macht (ja, ab und an macht es das auch 😉 ), dann ist doch alles perfekt!

„Dinge, mich an dir nerven“ ist doch wohl zugegebenermaßen ein etwas harter Titel. Aber es ist wie mit allem, was man mag: zu 100% ist nie alles Gold was glänzt. Und auch wenn dieser Artikel mit einem Augenzwinkern zu lesen ist, möchte ich damit eines vermitteln: Dranbleiben! Nicht kirre machen lassen! Egal welche Hindernisse euch begegnen – sie sind da, damit ihr daran wachsen könnt! Denn der Weg verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie das Ziel.

Also, und zugegebenermaßen recht umständlich, ist dieser Beitrag am Ende eines: eine große Liebeserklärung an diesen tollen Sport.

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4 Gedanken zu „„Dear Triathlon…“ – oder: 5 Dinge, die mich an dir nerven

  1. ulf007

    Du solltest was mit Schreiben machen !

    Egal ob ernst oder mit Humor genommen bzw. gelesen – ein SUPER Artikel.

    „…warum sie in der Mittagspause mysteriöses Zeug von wegen „Neoprentestschwimmen“ oder „Trittfrequenztraining“ faselt…“
    😂❤😂 jetzt schon bestes Zitat des Jahres 😂❤😂

    Gefällt 1 Person

    1. dierennschnecke

      Haha, Dankeschön 😊
      Ich mache tatsächlich was mit Schreiben – allerdings arbeite ich als Archivarin und die Themen sind dort etwas andere. Deshalb bin ich oft froh, auch sowas schreiben zu können 😊

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