2017 – Ein Jahr, ein Traum, ein Moment

 

Eigentlich sagt das Titelbild schon alles über mein Jahr 2017 aus: das Ziel in der Festhalle wurde erreicht. Immer wieder sagte man mir, seit ich das Vorhaben öffentlich gemacht habe, der Weg sei das Ziel. Doch auf dieser Reise habe ich eines gelernt: nicht der Weg ist das Ziel, sondern der Weg verdient die gleiche Aufmerksamkeit wie das Ziel. Dies war mir bei meinen Vorhaben in der ersten Jahreshälfte nicht ganz klar.

Akt I: Abwärts von Januar bis Juni

Das erste halbe Jahr 2017 hätte im Zeichen einiger spannender Triathlonveranstaltungen stehen sollen. Daraus wurde leider nichts. Ich wollte mir Hilfe holen in der Vorbereitung, habe mich daher an einen Trainer gewandt, der mir mit Trainingsplänen zur Seite stehen sollte. Leider ging dies ziemlich schief: Zu viel, zu schnell, zu wenig einstellen auf den Umstand, dass ich nicht der Schnellsten einer bin und Distanz und Dauer in einem anderen Verhältnis stehen. Es fehlten Grundlagen für das Training, die im März oder April nicht mehr aufzuholen waren. Fazit: Auf die Art funktionierte das Training für mich einfach nicht. Es war schwer und nicht nur körperlich anstrengend, da ich das Gefühl hatte, dass Rückmeldungen meinerseits nicht verstanden wurden. Als dann am Ende wieder mein Gewicht und die Tatsache, dass ich, wenn ich leichter sei, auch das Laufen leichter würde, zu sehr in den Vordergrund geriet, war es mir genug. Das ist mir klar, dass dies so ist. Nur: Das war weder das einzige, noch das – Achtung, diesen Witz darf nur ich bringen – schwerwiegendste Problem, sondern gab mir nur das Gefühl, alle anderen Zweifel zu ignorieren.

Spaß gemacht haben mir in dieser Zeit dennoch einige Laufveranstaltungen: im Bienwald konnte ich über die Halbmarathondistanz eine neue Bestzeit laufen, in Hördt eine PB über 10km und meinen persönlichen Streckenrekord beim Halbmarathon in Freiburg um ganze 17 Minuten verbessern.

Als ich dann aber beim Halbmarathon in Wien 11 Kilometer durch Österreichs sehr schöne Hauptstadt wanderte, war klar: da stimmt etwas nicht. Ich machte dennoch weiter, versuchte mich an die Belastungen zu gewöhnen, ignorierte mein Körpergefühl. Am Ende war ich beim Laufen nach 800m platt – ich wurde krank, es folgten Besuche bei Hausärzten und Kardiologen und eine Sportpause, die nicht nur für den Körper gut war.

Akt II: Luftholen im Juni

Glücklicherweise akzeptierte ich die Pause und die in den Sand gesetzten Anmeldegebühren sehr schnell und haderte nicht, sondern freute mich auf den Wiedereinstieg. Es war ärztlich alles abgeklärt, aber es war mir genauso wichtig, dass ich selbst auch wieder Bock aufs Laufen hatte. Der Spaß war nämlich auch ziemlich abhanden gekommen.

Einfach aus reinster Freude an der Sache und ohne wirkliches Training startete ich in Stutensee bei meinem einzigen Triathlon in diesem Jahr. Geil war’s und der Spaß war wieder da! Danach machte ich mich an die Vorbereitung für Frankfurt. Dieses Mal setze ich mich alleine mit dem Trainingsplan auseinander, holte mir Anregungen aus Herbert Steffnys „Großem Laufbuch“, orientierte mich an Plänen von runningcoach.me und hatte das Glück, mir auch Tipps von Anne und Arne Gabius holen zu können (letzterer gab mir vor allem gute und hilfreiche Tipps in Bezug auf die Longruns).

Akt III: Road to Frankfurt

So ging mein Weg nach Frankfurt etwas steinig los, aber so war das halt. Das wichtigste auf diesem Weg war das Vertrauen in den eigenen Körper und die Signale, die er mir sendete. War die Unlust auf einen Lauf eine sich anbahnende Krankheit oder einfach nur der Schweinehund? Darüber habe ich sehr viel gelernt: meistens lediglich der Schweinehund, aber nach meiner Erfahrung in der ersten Jahreshälfte lohnte es sich, zweimal ins sich hinein zu horchen.

Auf dem Weg nach Frankfurt lag auch der Halbmarathon in Karlsruhe, den ich nicht auf Bestzeit, sondern als Test für Frankfurt lief. Und es lief! Endlich wieder ein Lauf, der Zutrauen in Training und eigene Leistungsfähigkeit gab. Frankfurt, I am ready to run!

Und dann war er da, der Tag der Tage. Ich war gut vorbereitet, hatte mein Training durchgezogen, war nicht krank (bis auf das Vorstart-Mimimi in der Woche vor dem Marathon) und stand am Start meines ersten Marathons. 42,195km – verdammt nochmal, was hatte ich mir dabei gedacht?! Aber zu spät, Pobacken zusammenbeißen und durch! Und beißen musste ich. Das Wetter war gelinde gesagt beschissen: Wind, Regen, kalt. Ich lief die meiste Zeit alleine, musste ein paar mal auf’s Powerwalken umsteigen. Aber: ich habe kein einziges Mal, daran gezweifelt, dass ich diesen Zieleinlauf erleben würde. Und endlich, bei KM41 begriff ich: das wird es! Ich werde Marathoni! Der mit Abstand größte Moment, seit ich laufe und einer der persönlich wichtigsten Momente in meinem Leben.

„If you want to run, run a mile. If you want to experience a different life, run a marathon.“
Emil Zatopek

Mein läuferisches Jahr 2017 endet mit dem Silvesterlauf in Bonn über 10km am schönen Rheinufer entlang – ich bin gespannt! Gespannt dürft ihr auch sein auf meine Ziele in 2018, ich werde mich im Januar mit einer Vorschau auf meine Pläne wieder melden.

Ich danke euch, dass ihr mich auch dieses Jahr begleitet habt, ich danke für eure Unterstützung und euren Support!

Rutscht gut und ich hoffe, wir sehen uns gesund in 2018!

Eure Christina

NOVATEK CAMERA

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Ein Gedanke zu „2017 – Ein Jahr, ein Traum, ein Moment

  1. trailbirdie

    Gratuliere nochmal zu deinem Marathon-Finish! Da kannst du wirklich stolz auf dich sein. Es hört sich so an als hättest du im vergangenen Jahr sehr viel über dich selbst gelernt und das ist etwas was für mich so positiv ist. Man lernt auf seinen Körper zu hören, sicher man nimmt gerne auch Tipps an und es ist super, wenn man den ein oder anderen umsetzen kann. Aber letztlich ist man doch ein Individuum und was für einen gut läuft muss nicht auf für jemand anderen gut sein. Also, ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spaß bei deinen Läufen und viel Erfolg beim Verfolgen deiner weiteren Ziele! LG aus Österreich 🙂

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