Freiburg Halbmarathon 2.0

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Der Entschluss fiel recht spontan, aber da Freund Triathlet und ich alte Freiburg-Liebhaber und –Kenner sind, freuten wir uns sehr, mal wieder zwecks Halbmarathons-Laufens in meine zweite Heimat aus Studienzeiten zu reisen. Die Tage zuvor waren recht hektisch für mich, privat wie beruflich und auch sportlich – das erhöhte Trainingspensum forderte seinen Tribut, ich war müde, unkonzentriert, angespannt. Schlussendlich musste ich einsehen, dass es zunächst sinnvoller ist, Trainingseinheitenmäßig kürzer zu treten und meinem Körper die Chance zu geben, das gesteigerte Pensum zu verdauen und langsam aufzubauen. Also Pause, ausruhen, regenerieren für ein paar Tage – und sich in meine Pollenallergie ergeben. Och ne, das nicht auch. Nun denn, so war das nun, ich hoffte darauf, den Spaß wieder zu finden, wenn ich erst wieder Laufen und Veranstaltungsluft schnuppern würde – und vor allem hoffte ich auf Regen.

Die Hoffnung wurde erfüllt, es regnete wie aus Kübeln , ich konnte wieder durchatmen, war deutlich ausgeruhter und wollte, frei von jeglichen Erwartungshaltungen, was Zeit/Pace/überhaupt gelaufene Kilometeranzahl betrifft, einfach laufen, so wie es halt gehen sollte. Schon aus den vergangenen beiden Jahren (vor zwei Jahren noch als Zuschauer) kannte ich die Veranstaltung: Top organisiert, ausreichend Parkplätze an der Neuen Messe, an der Start und Ziel liegen, super Versorgung an der Strecke, tolle Zuschauer. Auch in diesem Jahr sollte ich nicht enttäuscht werden.

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Marathon Messe

Dieses Jahr, das letzte unter der Ägide der bisherigen Organisatoren, wartete der Freiburger Marathon mit einer leicht veränderten Strecke auf, die aufgrund einiger Baustellen nötig war. Der Verlauf ähnelte dennoch den vergangenen Jahren, zunächst ging es durch Herdern, die Oberau am Schlossberg vorbei, Richtung Littenweiler an der Dreisam entlang, danach wieder zurück in die Innenstadt, an Münster und Bertholdsbrunnen vorbei, durch Schwaben- und Martinstor, die neue, hübsch-hässliche Universitätsbibliothek wurde passiert und durch den Stühlinger zurück an die Messe. Freiburg ist keine einfache, komplett flache Strecke, der Kurs ist recht wellig und verwinkelt – gerade wenn es rollt, kommen enge Kurven, die einen wieder aus dem Rhythmus bringen können. Achja, Kopfsteinplaster, Straßenbahnschienen und die berühmten Bächle gibt es ja auch noch. Für mich ist Freiburg ein Genusslauf, kein Kurs auf dem ich mich komplett verausgaben möchte.

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Noch ungeschwitzt 😉

Los ging es also bei inzwischen Sonnenschein (ich hatte Glück und wurde von meiner Allergie nicht heimgesucht) und in weiser Voraussicht der ersten 11-12 Kilometer, die nicht so ganz flach sind, hielt ich den läuferischen Ball genau so wie die Strecke nicht war nämlich flach. Ich versuchte, mich auf die Strecke einzustellen, nicht Vollgas zu geben und vor allem die Stimmung an der Strecke zu genießen. Denn die ist wirklich grandios, legendär, fantastisch. Die Strecke ist von Bands und unzähligen Zuschauern gesäumt, die alle ihr Bestes geben, die Läufer anzufeuern und mit ihnen zu feiern. Das absolute Gegenteil zum Bienwald-Marathon, der ja, wie der Name schon sagt, durch ein Waldgebiet führt und es mehr als nur deutlich weniger Zuschauer gibt. Hat auch was für sich (flache Strecke!), aber stimmungsmäßig weit hinter Freiburg.

Die ersten7-8 Kilometer flogen nur so vorbei, ich lief nach Gefühl und genoss die Stimmung an der Strecke. Auch als es in der Kartäuserstraße Richtung Littenweiler hinaus deutlich welliger wurde, hatte ich das Gefühl, das für mich absolut richtige Tempo halten zu können. Kilometer 12 und 13 waren deutlich meine beiden schnellsten Kilometer, möglicherweise hatte ich etwas zu früh Gas gegeben, aber es rollte einfach. Zurück ging es Richtung Innenstadt und ich war froh ob der diesjährigen Änderungen der Streckenführung – der Anteil des Kopfsteinpflasters hatte sich deutlich verringert. Die Versorgungsstellen an der Strecke waren top, vielen Dank an alle Helfer!

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Strecke

Die Wiwili-Brücke, ein kurzer giftiger Anstieg über die Gleise, hat mir ein wenig das Genick gebrochen, vielleicht auch die zwei schnelleren KM zuvor, mein Tempo konnte ich nicht mehr ganz halten ab KM18, aber das war ok. Genauso ok war, dass es jetzt einfach hart wurde. Ab KM 20 tat es nicht nur ein bisschen weh, sondern sowas von, ich biss auf die Zähne und erinnerte mich an das Schild einer Zuschauern zu Beginn des Laufs: „Wenn die Beine müde werden, dann lauft mit dem Herzen!“ Das versuchte ich. Ich wurde zwar deutlich langsamer, und musste kämpfen, aber so soll es sein und ganze 17 Minuten schneller als im vergangenen Jahr lief ich durch’s Ziel. Auch Freund Triathlet hatte Spaß und konnte seinen persönlichen Rekord in Freiburg steigern.

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Finito.

Ein toller Lauf, völlig frei von Druck, eigenen Vorgaben, es hat einfach nur Bock gemacht. Nächstes Jahr sehr gerne wieder! Genauso toll waren die spontanen Begegnungen mit einigen von Instagram bekannten Gesichtern. Laufen verbindet!

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Veröffentlicht von

Rennschnecke und Historikerin aus Leidenschaft 5k - HM & Triathlon Newbie

3 thoughts on “Freiburg Halbmarathon 2.0

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