Testbericht Hoka One One Clifton 3

img_3194

Nachdem ich vor einigen Wochen schon die Möglichkeit hatte, den Conquest 2 von Hoka One One zu testen, begleitete mich der Clifton 3 eben jenes Herstellers bei der Vorbereitung zu meinem geplanten Halbmarathon im Rahmen des Baden Marathons. Wieso mein dortiges DNF nichts mit dem Schuh zu tun hatte, lest ihr hier.

Was sagt Hoka selbst über den Clifton?

„Die Oberkonstruktion ist mit einer neuen Passform, die mehr Platz im Vorfuß bietet, und einem nahtlosen SpeedFrame für optimalen Komfort bei wenig Gewicht ausgestattet. Dank der ähnlichen Zwischensohlen-Geometrie ist das branchenführende Laufgefühl so leicht und geschmeidig wie eh und je. Kurz: der ideale Schuh, wenn du Dämpfung und eine leichte Konstruktion bevorzugst.“

Ist das so? Der ideale leichte Schuh mit der optimalen Dämpfung, quasi die eierlegende Wollmilchsau?

Meine Eindrücke

Kurz gesagt: Ja. Für mich ist der Clifton 3 der optimale Schuh, den ich auf sämtlichen Streckenlängen tragen kann. Er funktionierte bei den Intervallen in der Vorbereitung genauso wie bei den langen langsamen Läufen und bei den Tempodauerläufen.

Gab es beim Conquest aufgrund seiner stabilen und noch stärker gedämpften Konstruktion die Einschätzung, dass er seine volle Stärke erst auf den längeren Strecken ausspielt, so ist der Clifton auf jeder Streckenlänge zu Hause. Die sehr gute Dämpfung macht den Schuh zu einer guten Wahl für die längeren Einheiten, auf den kürzeren und schnelleren Strecken hatte ich aber dennoch auch das Gefühl, genug Druck ausüben zu können, um vorwärts zu kommen. Die Kraft verpuffte nicht in der Dämpfung, ich konnte schnell abrollen und das Tempo halten.

Die Dämpfung des Clifton 3 ist wie beim Conquest auch spürbar, wenn auch weniger ausgeprägt. Für Läufer, die ein extrem hartes und direktes Laufgefühl mögen, vielleicht nicht das Optimum. Ich empfinde die Dämpfung nicht als schwammig, sondern angenehm, auch am Ende der längeren Läufe war sie noch da. Natürlich war sie noch da, ich bin aber auch schon Schuhe gelaufen, bei denen ich bei langen Strecken das Gefühl hatte, auf dem Boden zu laufe.

Ein kleines Manko gibt es bei dem Clifton dennoch: Mein rechter Fuß ist einigermaßen breit und an einer Stelle (am Bild durch meinen Daumen gekennzeichnet) bekam ich immer wieder eine Druckstelle, die etwas nervte. Durch eine veränderte Schnürung (ebenfalls auf dem Bild erkennbar) wurde es besser.

img_3195

Der nächste Clifton wird aber dem Fuß zuliebe dennoch eine Nummer größer besorgt. Ich trage Größe 41 in Straßenschuhen, den Clifton bekam ich in Größe 42 zur Verfügung gestellt, etwas wohler würde sich mein rechter Fuß wohl in 42,5 fühlen. Aufgrund dieser Stelle habe ich mich auch dagegen entschieden, den Clifton beim Halbmarathon in Karlsruhe zu tragen. Sonst wäre er uneingeschränkt erste Wahl gewesen, was bis dato der Conquest war.

Ansonsten trägt sich der Schuh sehr angenehm, bietet ausreichend Platz, das Obermaterial ist nahtlos verarbeitet, leicht und auch während wärmerer Temperaturen gut zu tragen. Ich bin den Schuh, das fällt mir gerade beim Schreiben auf, noch nie im Regen gelaufen. Ein Trailschuh ist er sicher nicht, aber ich gehe davon aus, dass er sich auch im Herbst gut macht.

Der Clifton 3 ist kein klassischer Stabilschuh, dennoch bietet er für (leichte bis moderate) Überproniere aufgrund der Sohlenkonstruktion ausreichende Stabilität. Auch nach mehr als zwei Stunden hatte ich nicht das Gefühl, meine Muskulatur aufgrund der fehlenden Stütze zu überlasten. Ich schätze, dass dies auch mit der Breite der Sohle zu tun hat. Auch die Hoka-eigene Rocker-Technik (Formung der Sohle) unterstützt den stabilen Eindruck: die Abrollbewegung wird gut unterstützt und der Fuß nach vorne gebracht.

Wem würde ich den Clifton 3 empfehlen:

  • Läufern, die schon ein wenig länger dabei sind. Kleine Mankos in der Lauftechnik rollt der Clifton einfach weg.
  • Läufern aller Gewichtsklassen, die auf der Suche nach einem Allrounder sind, der auf den verschiedensten Streckenlängen einsetzbar ist.
  • Neutralläufern und (leichten bis moderaten) Überpronierern

Ein Fazit in Schlagworten

Herausragende Dämpfung, ausreichende Stabilität, zu Hause auf allen Streckenlängen. Ein leichter Schuh auch für die nicht ganz leichten Läufer aufgrund der Hoka-typischen Dämpfung.

Getestet wurde der Hoka One One Clifton 3 auf meinen Hausstrecken im Karlsruher Hardtwald: Waldwege, geteerte Straßen und Wege. Ich bin den Schuh bisher ca. 77 km gelaufen, über die Haltbarkeit werde ich zu gegebener Zeit hier berichten. Zwischen 3km und langen Läufen über 2,5 Stunden waren die Strecken, auf denen der Clifton während des Testens gelaufen wurde.

Der Clifton 3 hat eine Sprengung von 5mm und wiegt in meiner Größe 215g.

Der Clifton 3 wurde mir von Hoka One One zur Verfügung gestellt. Dies hat keinerlei Einfluss auf meinen Testbericht.

Advertisements

Veröffentlicht von

Rennschnecke und Historikerin aus Leidenschaft 5k - HM & Triathlon Newbie

3 thoughts on “Testbericht Hoka One One Clifton 3

    1. Huhu ❤ Im Wald auf Trampelpfaden würde ich den Clifton eher nicht empfehlen, mit dem Schuh sollte man hauptsächlich Straße oder befestigte Wege laufen, Wurzeln und ähnliches mag er nicht so. Feldwege sind in Ordnung. Aber schau mal bei Hoka auf der Homepage, die haben auch mehr im Sortiment: http://www.hokaoneone.eu. Als ersten Schuh würde ich ihn nicht empfehlen, eher wenn man schon so ein, zwei Modelle kennt 😉

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s