Testbericht Hoka One One Conquest 2

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Bisher eher in der Trail- und Ultraläuferszene bekannt und beliebt, entwickelt sich die französische Marke Hoka One One weiter und gewinnt zunehmend auch Fans im restlichen Läuferkreis. Ich durfte den Conquest 2 testen, einen Stabilschuh mit der typischen dicken Hoka One One-Sohle.

Was sagt Hokas Homepage zu dem Schuh?

„Applied midsole geometry makes the Conquest 2 one of the most responsive performance road shoes in the Hoka One One range. A suspension midsole built with an EVA top-layer provides signature Hoka One One cushioning, while the RMAT body provides a perfect blend of underfoot support and a responsive ride.“

Ah ja. Also die Schlagworte „reaktionsfreudiger Perfomance Straßenschuh“, „Dämpfung“ sowie die Sohlenkonstruktion unter dem Fuß wollte ich etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Meine Eindrücke

Die Dämpfung des Conquest ist unübersehbar. Die Sohle ist gut 3 cm dick und sorgte bei mir zunächst für Stirnrunzeln. Irgendwie meinte ich, beim Laufen die Füße höher heben zu müssen, um nicht über das „Plateau“ zu stolpern. Doch die Sorge war unbegründet, ich hatte mich sofort auf die etwas ungewohnt anmutende Sohlenkonstruktion eingestellt.

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Für mich eine optimale Dämpfung, in die man aber glücklicherweise nicht einsinkt wie in einen Pudding. Dafür sorgt wohl das, was Hoka One One als „reaktionsfreudig“ bezeichnet: die auf dem Bild erkennbare hellgrün-türkise Sohle zwischen Fuß und weißem Dämpfungsbereich. Diese wird seitlich von der weißen Sohlenkonstruktion abgestützt, liegt also nicht völlig auf und sorgt so dafür, dass nicht zu viel Energie verschwendet wird. Laufen muss man natürlich noch selbst, aber definitiv macht das Laufen im Conquest aufgrund dieses „Känguruh-Gefühls“ einfach Spaß. Schon von Beginn an war klar, dass der Conquest vor allem auf den langen Strecken zu Hause sein würde. Nichtsdestotrotz habe ich den Schuh auch bei kürzeren Intervallen und Tempoläufen gerne getragen und fühlte mich nicht irgendwie durch die Sohle am schnelleren Tempo gehindert. Auch beim B2run über 6km war er erfolgreich dabei. Er wird nicht der schnellste Schuh im Schuhregal sein, was aber nicht heißt, dass man mit ihm nicht schnell laufen kann.

Der Conquest ist zudem ein guter Schuh für Regenerationsläufe. Nach meinen Triathlons war der Conquest 2 immer erste Wahl für den ersten Lauf nach dem Wettkampf, auch für den anstehenden Halbmarathon in Karlsruhe Ende September ist er momentan ohne Konkurrenz in meinem Schuhregal. 5km kann der Conquest auch, es wäre aber schade, wenn man seine Stärken nicht auch auf den längeren Strecken mal erfährt. Was ich zudem als sehr angenehm empfinde, ist, dass die Stabilität des Schuhs erst dann voll ausgespielt wird, wenn man sie tatsächlich braucht. Auch als jemand, der von Beginn an in Stabilschuhen unterwegs war, habe ich zunehmend das Gefühl, dass ich die Stütze mittlerweile erst dann benötige, wenn die Muskeln etwas müder werden.

Bei Schuhgröße 41 in Straßenschuhen habe ich im Conquest eine US Größe 10 (42 2/3). Das Obermaterial ist angenehm, ohne Nähte, ich hatte keine Druckstellen oder sonstiges, was bei mir auch in anderen Schuhen eher selten der Fall ist. Am Mittelfuß sitzt der Schuh nicht zu eng, die Zehenbox sah zunächst etwas schmal auf, aber der Eindruck täuschte und für die Zehen war mehr als genug Platz. Auch bei Regen kann man den Conquest gut laufen, die Sohle hat genügend Grip.

Wem würde ich den Conquest 2 empfehlen:

  • Läufern, die schon ein wenig länger dabei sind und eher längere Strecken (in Richtung Halbmarathon und länger) absolvieren.
  • Läufern aller Gewichtsklassen, die auf optimale Dämpfung Wert legen und auf der Suche nach einem Schuh sind, der die Stabilität nicht unübersehbar (oder unüberfühlbar) in den Mittelpunkt stellt, sondern sie dann ausspielt, wenn sie nötig wird (eben bei langen Läufen, wenn die Muskulatur vielleicht ermüdet, daher eventuell auch für Läufer interessant, die sonst neutrale Schuhe laufen)

Ein Fazit in Schlagworten

Herausragende Dämpfung, Stabilität, die nicht im Vordergrund steht, aber da ist, wenn man sie braucht, durchaus auch für Tempoläufe und kürzere Einheiten geeignet, zu Hause aber auf langen Strecken

Getestet wurde der Hoka One One Conquest 2 auf meinen üblichen Strecken im Karlsruher Hardtwald: Waldwege, geteerte Straßen und Wege, auch im Regen. Ich bin den Schuh bisher ca. 82 km gelaufen, über die Haltbarkeit werde ich zu gegebener Zeit hier berichten. Zwischen 6km und langen Läufen über 2 Std. waren die Strecken, auf denen der Conquest getestet wurde.

Der Conquest 2 hat eine Sprenung von 4mm und wiegt in meiner Größe 291g.

Der Conquest 2 wurde mir von Hoka One One auf Anfrage meinerseits zur Verfügung gestellt. Dies hat keinerlei Einfluss auf meinen Testbericht. 

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Veröffentlicht von

Rennschnecke und Historikerin aus Leidenschaft 5k - HM & Triathlon Newbie

7 thoughts on “Testbericht Hoka One One Conquest 2

  1. Hi,

    ich bin Hokas bisher zwar nur auf der Straße vor dem Laden gelaufen, hab aber den Ultra Run von Skechers schon getestet. Ich muss sagen dass zumindest der Go Run Ultra für meinen Geschmack zu viel Energie geschluckt hat und ich es sehr anstregend fand einen ordentlichen Abdruck beim Laufen zu bekommen. Vielleicht müsste ich die Hokas wohl auch mal testen um zu sehen ob es da Unterschiede gibt.

    Gruß
    Sascha

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    1. Hi, ich bin bisher keine Skechers gelaufen, aber bei den Hokas hab ich genau das was Du beschreibst aufgrund der auffälligen Sohle erwartet (irgendwie einsinken, keine Kraft übertragen bekommen) erwartet, aber es war überhaupt nicht der Fall und die Dämpfung viel firmer als erwartet. Ich würde sie auf jeden Fall mal testen. Skechers will ich mir auch mal anschauen…bin aber noch etwas unentschlossen wegen des Modells. Der Forza gibt’s zum Beispiel gar nicht in meiner Größe bei den Damenschuhen 😳
      Grüße
      Christina

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  2. Hm, aufgrund der Dämpfung nicht uninterresant, zumal ich den Boost von adidas z.B. vom Gefühl her mag. Hast du da Vergleichswerte zu anderen, mehr gedämpften Schuhen?
    Die Optik läuft ja mit, daher kommt Hoka für mich mit der Sohle eher nicht in Frage, aber sag niemals nie, wenn die Funktion stimmt.

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    1. Ja der Look ist natürlich außergewöhnlich;-)
      Ich komme mit dem Conquest besser klar und kann ihn für mehr Läufe einsetzen wie andere Dämpfungsmonster wie beispielsweise den Kayano oder den Brooks Beast/Ariel, den ich auch schon getestet habe. Das sind ganz klassische Laufsofas für lange Läufe, die Hokas sind da schon breiter einsetzbar und können auch schneller als nen LaLaLauf.

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  3. Ich sollte diese Wochen noch den Conquest 3 bekommen und bin echt gespannt. Derzeit ist der Vanquish 2 mein Lieblingsschuh. Die beiden Langdistanzen bin ich dieses Jahr damit gelaufen und ich frag mich echt, wie ich früher lange Strecken überhaupt laufen konnte. Der Komfortzuwachs gegenüber meine Asics und Brooks von vorher ist schon gewaltig.

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    1. Oh cool, der Vanquish! Den mag ich auch mal laufen! Steht schon auf der Liste. Ich bin zuvor auch Asics gelaufen und finde einfach, dass ich jetzt irgendwie andere/spezifischere Anforderungen an Laufschuhe habe…Die Hokas sind einfach grandios.

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