Das etwas größere Dankeschön!

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Ich bin, wie ich auch gestern schon geschrieben habe, einfach sprachlos, dankbar, ermutigt, überrascht – so viele positive, tolle, motivierende Zeilen haben mich erreicht. Danke!!! Ich würde so vielen gerne sofort antworten, doch mich erschlägt es gerade etwas 🙂 Es berührt mich sehr, wie viel Zuspruch ich erhalte, wie viele Fremde mir ihre Geschichten erzählen. Ich möchte Euch gerne antworten, es dauert nur ein wenig. Deshalb ein paar Gedanken im Voraus.

Mein Blog entstand aus der Idee heraus, die vermeintliche Schwäche einer nicht so schnellen, nicht so leichten Läuferin in etwas Positives umzusetzen. Ich wollte Tipps geben, Equipment wie Laufschuhe vorstellen – aber ich habe das Thema wohl nie so gut getroffen wie in meinem Beitrag gestern.

Mit Anfang/Mitte 20 habe ich durch eine harte Lektion über mehrere Jahre lernen müssen (oder dürfen), wie wichtig es ist, sich frei zu machen von der Vorstellung, dass die Beurteilung anderer wichtiger sei als das, was man selbst über sich denkt. Ich nehme allerdings nicht für mich in Anspruch, dass ich diese Einsicht in jeder Sekunde meines Lebens umsetzen kann. Und so passiert es natürlich, dass einen die Äußerungen anderer treffen und verletzen können. Weil man vielleicht allgemein eine stressige Zeit hat, alles zu viel ist, und, und, und. Uns kann es nicht immer egal sein, was andere von uns denken und halten, so unabhängig ist niemand. Es ist auch nicht meine Aufgabe, es andauernd zu hinterfragen, wieso mich irgendeine Äußerung verletzt. Das Problem liegt bei solchen Personen, nicht bei mir. Ich beleidige Dich, du bist aber selbst dran schuld, wenn Du dich davon beleidigt fühlst. Eben nicht. Wäre zu einfach.

Solche Äußerungen, wie ich und viele andere auch erleben mussten, sind schäbig, gemein, unsportlich, unnötig. Leider wohl auch in anderen Sportarten. Fußball, Handball, Tennis – überall wird es so etwas geben. Ganz grundsätzlich ist es doch so: Behandle andere so wie Du selbst behandelt werden möchtest. Leben und leben lassen. Einfach mal ein bisschen netter zueinander sein. Erwiesenermaßen bin auch ich nicht perfekt und schieße definitiv auch mal mit meinen Äußerungen über’s Ziel hinaus. Ich möchte mich aber an die schlechten Vorbilder erinnern, damit ich selbst niemanden so ein bescheuertes Gefühl vermittle.

Was mir auch wichtig ist zu erwähnen: Es ist ja auch unabhängig von einer bestimmten Veranstaltung, so etwas kann überall passieren. Mein Freund, der in Karlsdorf-Neuthard seine erste Olympische Distanz gefinisht hat, war total begeistert, happy und zufrieden (Zu seinem Bericht), so wie die meisten anderen auch. Die Veranstaltung ist toll organisiert und auch für mich war es ein Highlight Athleten wie Maurice Clavel und Sebastian Kienle live zu erleben.

Ich musste in den letzten Tagen selbst oft den Kopf schütteln. „Das kann es doch so nicht gewesen sein!“. Ich wollte das nicht so recht glauben. Ich war auch gestern immer noch aufgewühlt, daher ja auch der Blogbeitrag. Aber ich habe mich, obwohl ich noch keine rechte Lust darauf habe und alles irgendwie müde ist, für den Hardtsee-Triathlon am ersten September-Wochenende angemeldet. Puh. Meine Hände haben gezittert, ich habe im Formular Vor- und Nachname vertauscht und bin jetzt männlich. Aber wat soll’s. Es ist das berühmte Pferd, auf das man wieder aufsteigen muss, wenn man gestürzt ist. Die Vorfreude kommt sicher auch, sie lädt gerade noch. Ich habe auf meinen Beitrag so viele positive Reaktionen bekommen und es wird sich anfühlen, als stündet ihr alle mit an der Strecke.

Mir zeigt die Situation vom Wochenende aber auch, dass es nicht nur der Körper ist, der Regeneration benötigt, sondern auch der Geist. Denn schon die alten Römer wussten, dass sich beides bedingt. Meine heftige Reaktion auf das Erlebte, dass ich so müde bin, ist ein Signal für mich, dass ich in den nächsten Tagen einfach mal eine Pause machen sollte, vielleicht auch einfach mal Dinge tun sollte, die bei dem ganzen Sporteln zu kurz kommen. Bis zum ersten September-Wochenende ist ja auch noch genug Zeit.

Und am Ende des Tages hat es eine gewisse Taylor S. schon gesungen: „Haters gonna hate, Fakers gonna fake – I’m just gonna tri, tri, tri…“ Dank Euch bin ich wohl auf einem guten Kurs genau dorthin.

Ich danke Euch allen, jedem Einzelnen sehr.

 

Christina

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Verfasst von

Rennschnecke und Historikerin aus Leidenschaft 5k - HM & Triathlon Newbie

6 Kommentare zu „Das etwas größere Dankeschön!

  1. Liebe Christina,
    Du machst das wirklich großartig. Man darf sich nicht unterkriegen lassen, egal von was… aber vor allem nicht von anderen Menschen, die ihren Hintern höchstwahrscheinlich selbst nicht hochbekommen, aber gut im bewerten von anderen sind.
    Bei mir hat der Sport jahrelang nicht zu einer Abnahme geführt, ich war immer stark übergewichtig und habe es nur durch eine Ernährungsumstellung geschafft Gewicht zu verlieren.
    Ich hoffe sehr, Du bleibst dran und hast die Kraft einfach drüber zu stehen, obwohl das nicht so einfach ist!
    Alles Liebe,
    Claudi

    Gefällt 1 Person

  2. Das hört sich gut an. Genieße die kleine Auszeit und dann tu, was Du liebst – Deinen Sport. Danke, dass ich Dir folgen kann. Deine letzten Beiträge haben mich sehr bewegt und auch an meinen Weg erinnert. Ich wünsche Dir alles Gute!

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Christina,
    hier nochmals mein Komentar auf facebook ganz speziell für Dich:

    „Liebe Rennschnecke, ich verstehe völlig die Verletzung und die Wut und Aggression die jetzt nachträglich in Dir kochen. Verständlich dass Du das an dem nächsten dummen sprücheklopfenden Brot ablassen willst. Es sind jedoch nur ganz ganz ganz wenige Hohlköpfe, die so sind und die solche dummen Sprüche machen. Es ist meiner Ansicht nach viel besser solche Sprüche überhaupt nicht an sich ranzulassen und sich überhaupt nicht darüber aufzuregen. Streif dass ganze bitte ganz schnell von Dir ab. Denn es gibt abertausende von Menschen, die lachen Dich auf der Strecke nicht aus, sonder an, weil sie Dich so lieben wie Du bist und Deine Leistungen wirklich schätzen.“

    Dann würde ich Dich außerdem noch gerne auf meine Laufveranstaltung Seensteiglauf von 26 bis 28 August aufmerksam machen. Die Ausschreibung ist auf neckarlauf.com zu googeln. Wie wär es denn mal nur mit einer Ultraetappe über 50 km, die bereits ab 50 Euro Startgebühr zu machen ist. Es darf auch auf der ganzen Strecke gewandert werden, wäre das nicht eine tolle Herausforderung für Dich. Nötigenfalls könnte auch an jedem VP ausgestiegen werden. Bei meinen Veranstaltungen nehme ich insbesondere auf langsame Läufer Rücksicht und ich würde mich wirklich sehr freuen, gerade Dich auch dabei zu haben.

    Ganz liebe herzliche Grüße
    Thomas

    Gefällt 1 Person

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